Sonnenbaden Tipps & Tricks

Den Sonntag habe ich draußen auf dem Reiterhof verbracht. Es war nicht so warm, vielleicht 18° C. Gegen Nachmittag wurde es sogar zu kühl fürs T-Shirt. Deshalb traf es mich völlig unvorbereitet, als am Abend die Haut auf der Nase und den Wangenknochen brannte, spannte und unerfreulich gerötet war. Besonders kalt (bzw. heiß) erwischt hat mich die Frühlingssonne, da ich ein eher dunkler Hauttyp bin und deshalb bisher recht sorglos mit dem Thema Sonnenbaden umgegangen bin. Mit etwas Feuchtigkeitscreme hat sich meine Haut zum Glück schnell wieder erholt. Anlässlich dieses kleinen UV-Intermezzos haben wir uns jedoch bei hautTATSACHEN mal angeschaut, wie man die Sache mit dem Sonnenbaden besser angehen kann, was UV-Strahlen mit der Haut anstellen und welche Irrtümer zum Thema Sonnenbaden verbreitet sind.

 

5 Tipps zum Vorbeugen von Sonnenbrand1

5 Tripps zum Vorbeugen von Sonnenbrand

Was ist ein Sonnenbrand überhaupt?Was ist ein Sonnenbrand2

Ein Sonnenbrand ist eine Verbrennung und damit eine akute Entzündung. Auslöser dieser Entzündung sind UVB-Strahlen. Wenn UVB-Strahlen auf ungeschützte Haut treffen, durchdringen sie die Oberhaut (Epidermis) und gelangen bis zu deren tiefster Schicht (Basalzellschicht). Die energiereiche Strahlung beschädigt die Zellen der Epidermis.

 

Reaktion auf die Schädigung:UVA und UVB Strahlen

  1. Gewebewasser sammelt sich in und zwischen den Zellen → Ödem entsteht → die Haut schwillt an
  2. Epidermiszellen setzen Entzündungsmediatoren frei, die die Entzündung in die tiefer gelegene Lederhaut (Dermis) ausbreitet. → Blutgefäße weiten sich & die Haut wird rot.
  3. Weitere Symptome (je nach Ausmaß der Zellschädigung): Juckreiz, Schmerzen, Blasenbildung, spätere Ablösung der Haut. → bei Blasenbildung und Hautablösung bitte zum Arzt gehen.

 

Da diese Reaktionen Zeit brauchen, macht sich Sonnenbrand erst ein paar Stunden nach der UV-Exposition bemerkbar.

 

Was hilft bei Sonnenbrand?3

Bei Sonnenbrand ist immer Kühlen angesagt. Entweder über kalte Kompressen oder in Form stark wasserhaltiger Gels oder Lotionen (am besten ohne Duftstoffe). Sehr gut eignen sich Öl-in-Wasser-Emulsionen mit hohem Wassergehalt, weil die Verdunstungskälte kühlt und das Öl weiterer Austrocknung entgegen wirkt. Stark fetthaltige Präparate sollten jedoch nicht verwendet werden, da sie die Wärmeabgabe behindern und die Entzündungsreaktion verstärken können. Auch Kamille und Aloe Vera sind als natürliche Entzündungshemmer Optionen. Aber Achtung: Manche reagieren auf diese Heilpflanzen allergisch.4
Wenn der Sonnenbrand so stark ist, dass sich Blasen bilden, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Gängige Irrtümer

  1. Wasserfest = keine Reduktion des Lichtschutzfaktors Für die Angaben »wasserfest« und »extra wasserfest« gibt es klare Vorgaben des europäischen Kosmetikverbandes Colipa. Als »Wasserfest« darf ein Produkt bezeichnet werden, wenn nach zweimal 20 Minuten normierten Badens noch die Hälfte des Lichtschutzfaktors messbar ist. »Extra wasserfest« ist ein Produkt, wenn nach viermal 20 Minuten normierten Badens mindestens noch die Hälfte des LSF messbar ist.5  Anwendungshinweis: Auch wasserfeste Sonnenschutzprodukte immer wieder auftragen, um den Schutz aufrechtzuerhalten; dies gilt besonders wenn ihr schwitzt oder geschwommen seid und euch mit dem Handtuch abtrocknet.
  2. Sonnenschutzmittel schützen vor Hautkrebs? Nein, Sonnencreme schützt vor Sonnenbrand, jedoch nicht vor Hautkrebs → sollte nicht genutzt werden, um den Aufenthalt in der Sonne auszudehnen.6
  3. Hoher LSF hilft viel? Naja, die Obergrenze des deklarierbaren Schutzniveaus liegt bei »50+«. Hierbei werden mehr als 98 Prozent der UVB-Strahlung absorbiert. Zum Vergleich: Bei LSF 6 sind es 83 Prozent, bei LSF 15 schon 93 Prozent. Ab LSF 20 werden etwa 95 Prozent der UVB-Strahlen herausgefiltert. Die LSF Zahl gibt Auskunft über die Velängerung des eigenen Hautschutzes, nicht die Stärke.7
  4. Nachcremen verlängert die Schutzzeit? Nein, die Schutzzeit kann durch Nachcremen nur erhalten, nicht aber verlängert werden.8
  5. Sonnenschutz mit hohem LSF verhindert Bräune? Falsch, ein hoher LSF schützt nur vor Sonnenbrand & auch mit hohem LSF wird man braun.9

 

Quellen:

  1. AOK Bundesverband: Trotz Sonnenallergie: So genießen Sie den Sommer
  2. Pharmazeutische Zeitung: Bloß nicht rot werden
  3. Pharmazeutische Zeitung: Sonnenbrand. Verbrennungen ersten Grades richtig behandeln
  4. Focus: Kälte, Quark und Kortison
  5. Pharmazeutische Zeitung (28/2014): Auf den Faktor kommt es an
  6. Bundesamt für Strahlenschutz: UV-Schutz für die Haut
  7. Pharmazeutische Zeitung (22/2007): Bessere Deklaration schützt Verbraucher
  8. Bundesamt für Strahlenschutz: UV-Schutz für die Haut
  9. AOK: Sonnenschutz-FAQs
  10. Pikto in Beitragsbild: Water vector designed by Freepik

 

Dürfen wir dich in unseren Clan der Mitwisser aufnehmen?

4 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.