Schöne Haut durch Sport

Na, wie steht es mit den guten Vorsätzen? Wird noch fleißig trainiert oder hat schon wieder der innere Schweinehund das Sagen? hautTATSACHEN liefert die ultimativen Argumente, um ihn zu überwinden. So viel sei schon mal verraten: Sport ist ein Anti-Aging-Mittel, das tatsächlich wirkt und für schöne Haut sorgt.  Tatsächlich nehmen sich sehr viele Menschen fürs neue Jahr vor, (wieder) mehr Sport zu machen. Mit 50 % war dieses Ziel absoluter Spitzenreiter unter den guten Vorsätzen für 2017. Damit toppte er toppte sogar die Absicht, im neuen Jahr abzunehmen (46 %) oder mehr Zeit mit der Familie (22 %) oder Freunden (18 %) zu verbringen.1

Gut so! Denn wer nicht auf der faulen Haut liegt, tut seiner Haut etwas Gutes. Warum Ausdauersport nicht nur für Muskeln, Knochen und Blutdruck, sondern auch unser größtes (und schönstes) Organ gut ist, haben wir uns genauer angeschaut. Gefunden haben wir einige äußerst interessante Studienergebnisse, die wir euch nicht vorenthalten möchten.

Schöne Haut durch Sport
Wer den inneren Schweinehund überwindet, wird mit schöner Haut belohnt.

 

Anti-Aging, das tatsächlich hilft

Bis in die New York Times haben es Forscher der McMaster University in Ontario mit einer Studie geschafft, die Hinweise für die hautverjüngende Wirkung von Sport liefert.2 Grundlage ist die Tatsache, dass ab dem Alter von etwa 40 Jahren die äußerste Hautschicht (Stratum Corneum) dicker, trockener und rauer wird. Gleichzeitig wird die unter der Epidermis liegende Hautschicht (Dermis) dünner. Sie verliert Zellen und Elastizität, wodurch die Haut durchscheinender und schlaffer wirkt.
Genau diese Hautschichten untersuchten die amerikanischen Forscher, in dem sie Gewebeproben von Probanden im Alter zwischen 20 und 84 Jahren entnahmen. Um die Ergebnisse nicht durch extrinsische Hautalterungsfaktoren wie UV-Licht, Hitze und Kälte zu verfälschen, wurden die Hautproben aus dem Gesäß entnommen.

Das Ergebnis fiel erwartungsgemäß aus: Bei älteren Probanden war die äußere Hautschicht dicker und die darunterliegende Dermis dünner, als bei den jüngeren Studienteilnehmern. Anders verhielt es sich jedoch bei älteren Studienteilnehmern, die regelmäßig trainierten. Ihre Hautbeschaffenheit ähnelte 20- bis 30-Jährigen, auch wenn sie bereits älter als 65 (!) Jahre waren.

Hautalterung lässt sich umkehren

Um sicher zu gehen, dass die Jugendlichkeit der Haut tatsächlich mit der sportlichen Aktivität und nicht etwa mit Genen, Ernährung oder Lifestyle in Verbindung steht, wiederholten die Forscher das Experiment. Dazu entnahmen sie einer Gruppe von Senioren (älter als 65 Jahre), die bisher keinen Sport betrieben hatten, erneut Hautproben. Das Ergebnis: Die Beschaffenheit der Haut war altersgemäß. Im zweiten Schritt wurde den Senioren ein Sportprogramm verordnet. Über drei Monate hinweg mussten sie zwei mal pro Woche 30 Minuten bei mäßiger Anstrengung Joggen oder Radfahren.

Nach Abschluss der dreimonatigen Trainingsphase untersuchten die Forscher erneut Hautproben der Senioren und stellten fest, dass die Haut sich bei allen Studienteilnehmern verjüngt hatte. Die Struktur von Epidermis und Dermis war vergleichbar mit der Haut von 20- bis 40-Jährigen. Sport hält die Haut also nicht nur frisch, sondern scheint sie sogar zu verjüngen!

Allerdings warnten die Forscher vor zu viel Euphorie, da die Studie aufgrund ihrer geringen Probandenzahl (29 Teilnehmer) zwar Hinweise, aber keine repräsentativen Ergebnisse liefere.

Muskelbotenstoffe als Jungbrunnen

Doch warum sorgt sport für junge, schöne Haut? Die Forscher sehen Ursache in der Ausschüttung von bestimmten Muskelbotenstoffe, sogenannte „Myokinen“. Diese Gruppe hormonähnlicher Substanzen wird bei Bewegung und Kontraktion der Muskeln produziert und in die Blutbahn abgegeben. Somit können Myokine im ganzen Körper – weit entfernt vom eigentlichen Muskel – wirksam werden. Speziell fiel den Forschern dabei der Anstieg des Myokins IL-15 auf, das sich um nahezu 50 % im Vergleich zum Ausgangswert (zu Beginn der Studie) erhöht hatte.3

Kommt nun also die IL-15-Pille für schöne Haut? Wäre praktisch, doch vermutlich würde eine solche Pille nichts bringen. Denn wie die Forscher mutmaßen, sind am Prozess der Hautverjüngung viele weitere Myokine und Substanzen beteiligt, die im einzelnen noch nicht erforscht sind.

Sport macht Haut sexy

Neben den hautverjüngenden Myokinen profitiert die Haut auch von der hohen Sauerstoff-Zufuhr beim Sport. Denn während wir japsend durch die Gegend rennen, nehmen unsere Hautzellen ein erfrischendes Sauerstoffbad. Erfreulich ist, dass sich unserer sportlichen Bemühungen längerfristig positiv auswirken. So fanden Forscher der Sporthochschule Köln heraus, dass bereits 12 Minuten Joggen pro Tag die Durchblutung der Haut langfristig verbessert.4 Dies wirkt sich wiederum auf unseren Teint aus: Der Sauerstoffgehalt im Blut bewirkt, wie frisch und gesund jemand wirkt.5 Und laut Psychologen der Universität St Andrews finden die meisten Menschen einen „sportlichen Teint“ besonders attraktiv.6

Ein weiterer positiver Aspekt des Sports sind die Erschütterungen. Denn wenn unser Körper in Bewegung kommt und so richtig durchgeschüttelt wird, straffen sich die Kollagenfasern.7 Entsprechend ist die Haut bei Sportlern aufgrund der Bewegungsmechanik schön fest und gleichzeitig elastisch.

Nicht zuletzt sorgt Sport für eine bessere Stressresistenz, die wiederum Vorteile für die Haut bringt. Denn Stresshormone wie Cortisol werden mit Hautproblemen wie Akne und Ekzeme in Verbindung gebracht. Bekannt ist, dass Talgdrüsen über ein breites Spektrum an Hormonrezeptoren verfügen und somit auf Stresshormone mit einer vermehrten Talgproduktion reagieren können.8

Wie ihr seht ist wohl kaum ein Kosmetikprodukt so wirksam, wie der körpereigene Cocktail, der beim Ausdauersport produziert wird.

Bitte keinen oxidativen Stress!

Wer jetzt supermotiviert ist, sollte es mit dem Sport aber trotzdem nicht übertreiben. Den bei Überanstrengung oder zu wenig Regenerationszeit wird eine Überdosis freier Radikaler (reaktive Sauerstoffmoleküle) freigesetzt, die der Körper nicht allein abwehren kann. Diese hochreaktiven Moleküle wirken alles andere als hautverjüngen, da sie Zellmembranen zerstören und den Alterungsprozess beschleunigen.9

Hat unser Körper recht?

Zuletzt bleibt noch eine Frage offen: Obwohl wir wissen, dass (Ausdauer-)Sport unser Herz-Kreislauf in Schwung hält, vor Diabetes, Bluthochdruck und Brustkrebs schützt und obendrein für gute Laune und schöne Haut sorgt, fehlt uns trotzdem oft die Motivation. Warum sträubt sich unser Körper derart gegen etwas, das ihm eigentlich gut tut?

Giulia Ender, Kolumnistin bei der „Zeit“ hat darauf eine sehr plausible Antwort:

„Schaut man sich an, was beim Sport in unserem Körper passiert, wird eher klar, warum wir ihn unangenehm finden könnten. Unsere Temperatur wandert dem Fieber entgegen, unser Herz rast einen Stressmarathon, und unsere Atemfrequenz schießt in aufgebrachte Höhen. Im Blut werden Alarm- und Immunmoleküle ausgeschüttet, die sich nicht wesentlich von denen einer Blutvergiftung unterscheiden. Ein Körper ist nicht verrückt, wenn er das nicht freiwillig haben möchte.“10

Gesund ist es aber trotzdem. Und gut er macht obendrein schön. Also: Schneematsch ist keine Ausrede, Laufschuhe an und los geht’s!

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