Sauber gebadet? Sonnencreme im Meer

Sicherlich kennt ihr auch die Bilder von pickepacke-vollen Stränden, an denen gut geschmierte Leiber dicht an dicht in der Sonne glänzen. Und vielleicht habt ihr euch auch schon mal gefragt, was mit all der Sonnencreme passiert, die Urlauber Sommer für Sommer in die küstennahen Gewässer tragen. Doch bevor wir uns mit dem Problem näher beschäftigen, sei vorab schon verraten: Es gibt biologisch abbaubare Sonnencreme, die sowohl die Haut als auch die Umwelt schützt. (Wir stellen euch 6 dieser Produkte am Ende des Artikels vor).

Egal ob ein Tag Baggersee oder der Urlaub am Meer: Eincremen ist einfach Pflicht, auch wenn das ständige Schmieren und Nachcremen manchmal nervt. Denn durch den Rückgang des Höhenozons1 treffen uns die Sonnenstrahlen weniger gefiltert, wodurch die Erbsubstanz leichter geschädigt und das Hautkrebsrisiko steigen kann.2 Auch vermitteln hohe Sonnenschutzfaktoren (50 +) oft ein gutes, rundes Sicherheitsgefühl, das schnell zur Unvorsichtigkeit verleitet. So erkranken laut der Zeitschrift Ökotest jährlichen 140.000 bis 200.000 Menschen in Deutschland neu an Hautkrebs.3 Der folgende Beitrag soll also definitiv kein Plädoyer GEGEN Sonnencreme-Schutz sein. Im Gegenteil: Wir möchten Ökotest energisch beipflichten, die die folgende Dreierformel empfehlen: „Ausweichen“, „Bekleiden“, „Cremen“.4

Trotzdem – wir wären nicht hautTATSACHEN, wenn wir nicht auch einen Blick auf die andere Seite der Medaille werfen würden.

 

Schadet Sonnencreme dem Meer?

Um diese Frage besser beantworten zu können, sollte man zwischen zwei verschiedenen Systemen, dem chemischen und dem physikalischen Lichtschutz, unterscheiden: Während chemischer Sonnenschutz UV-Strahlung (bestimmte Wellenlängen) aufnimmt und in eine andere Energieform (z.B. Wärme) umwandelt, reflektiert physikalischer Lichtschutz die UV-Strahlung, so dass sie abprallt und nicht in tiefere Hautschichten eindringt.5

 

Chemische UV-Filter

Anfang 2008 wurde bekannt, dass chemische UV-Filter (z.B. der UVB-Filter Octyl methoxycinnamate, Benzophenon-3, -4 und -5 sowie 4-Methylbenzylidene Camphor) weltweit Korallenriffe gefährden. Denn selbst geringe Konzentrationen (10 Mikroliter pro Liter Meerwasser) der chemischen UV-Filter6 ließen unterschiedliche Korallenarten bereits nach vier Tagen vollständig ausbleichen, was das Absterben der Koralle zur Folge haben kann.

Da Schätzungen zufolge in tropischen Riffregionen jedes Jahr 4.000 bis 6.000 Tonnen Sonnenschutzmittel von rund 78 Millionen Touristen freigegeben werden7, sind der Zeitschrift „mare online“ zufolge weltweit bis zu zehn Prozent der Riffe durch die Sonnencreme verursachte Bleiche bedroht.8 Bestätigt wurde dies von Forschern des „National Centers for Coastal Ocean Science“ (NOAA). Diese untersuchten die Wirkung von „Benzophenone-2“ (BP-2), einem Stoff, der zwar in der EU nicht als Lichtschutzfilter zugelassen ist, jedoch als Zusatzstoff verwendet werden darf. Dabei stellten sie fest, dass BP-2 Veränderungen im Erbgut der farbschönen Nesseltiere auslöst, also genotoxisch wirkt.9,10

Weil Korallenriffe ohnehin durch die Erwärmung und Übersäuerung der Meere stark gefährdet sind, erschienen uns physikalische UV-Filter auf Mineralbasis bisher immer als die überzeugendere Lösung. Auch die Zeitschrift Ökotest empfiehlt seit Jahren Sonnenschutzprodukte, die auf rein mineralischem UV-Schutz basieren – insbesondere für Kinder.11 Denn die oben genannten chemischen UV-Filter zerstören nicht nur wichtige Ökosysteme, sondern stehen auch unter dem Verdacht, in den menschlichen Körper überzugehen und wie ein Hormon zu wirken.12 So schlugen etwa 2009 die Überwachungsbehörden in den USA Alarm, da 97 % der Amerikaner mit dem chemisch-synthetischen UV-Filter Oxybenzone belastet sind.13 Diese Substanz wird u.a. mit der Unterentwicklung von Babys bei der Geburt verantwortlich gemacht.

Deshalb fiel unsere Wahl also ganz klar immer auf zertifizierte Naturkosmetik-Sonnencreme (z.B. COSMOS, BDIH, NaTrue, ECOCERT), weil diese Label den Einsatz von chemischen UV-Filtern generell verbieten und nur mineralische UV-Filtern für den Sonnenschutz zulassen.
Praktisch! Denn so lassen sich ohne langes INCI-Listen-lesen chemische UV-Filter zuverlässig umgehen.

Doch es taucht – wie leider so oft – ein neues Problem auf, an dem vermutlich wir Verbraucher einen nicht geringen Anteil tragen. Denn viele waren genervt von Naturkosmetik-Sonnencremes, die sich nur schwer verteilen ließen und „weißelten“, also einen unschönen weißen Film auf der Haut bildeten. Grund dafür sind die Mineralpigmente: Je mehr Pigmente desto pastöser die Creme und umso stärker der Weißeffekt auf der Haut.

Um besser verteilbare Formulierungen ohne „Weiß-Effekt“ zu erzielen, werden die Mineralpigmente häufig extrem fein zu sogenannten „Nanopartikeln“ vermahlen. Das Ergebnis: Angenehm anzuwendende Produkte ohne Substanzen, die wie chemische Filter unter dem Verdacht stehen, in den Hormonstoffwechsel einzugreifen. ABER …

Der Begriff „Nano“ kommt aus dem griechischen und bedeutet „Zwerg“. Ein Nanometer (nm) ist das Milliardstel eines Meters. Damit ihr es euch vorstellen könnt, hier ein Vergleich, den der BUND anführt14:

DNA-Strang = 2,5 Nanometer
Rotes Blutkörperchen = 7000 Nanometer
Haar = 80.000 Nanometer

Durch ihre viel größere Oberfläche im Verhältnis zum Volumen haben Nanostoffe ganz andere physikalische und chemische Eigenschaften als größere Partikel: Sie gehen beispielsweise leichter chemische Bindungen ein, sind biologisch aktiver oder wirken als Photokatalysatoren, die durch UV-Strahlung ausgelöste chemische Reaktionen, beschleunigen, bzw. erst ermöglichen.
Stoffe wie Titandioxid oder Siliziumdioxid sind zum Beispiel plötzlich wasserlöslich, wenn sie als Nanomaterial hergestellt werden. Auch wird diskutiert, wie sich Nanopartikel auf die Gesundheit auswirken. Denn aufgrund ihrer geringen Größe können die “Zwergenpartikel” die Barriere der Lunge, des Magen-Darm-Trakts und der Bindehäute überwinden. Unverletzte Haut scheinen Nano-Metalloxide (Titandioxid & Zinkoxid) nach aktuellem Wissensstand jedoch nicht durchdringen zu können.15

Bisher fehlen jedoch noch verlässliche Daten zu folgenden Verbrauchergruppen / Partikelgrößen15:

  • Penetrationsverhalten von Nano-Metalloxid bei Kindern
  • Penetrationsverhalten von Nano-Metalloxid bei alten Menschen
  • Penetrationsverhalten von Nano-Metalloxid bei barrieregeschädigter Haut (z.B. durch Neurodermitis)
  • Penetrationsverhalten von Nano-Metalloxid bei Partikeln < 10 nm

Als Nanomaterialien werden meist Partikel im Größenbereich bis zu 100 Nanometern bezeichnet. Doch diese Definition ist umstritten.16 So bezeichnet die US-amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA „Partikel unter 1.000 Nanometern, die einzigartige Eigenschaften aufweisen“ als Nanomaterialien. Die britische Regierung bezeichnet Nanomaterialien als Stoffe, die „in ein oder zwei Dimensionen bis zu 200 Nanometer groß sind.“ Der BUND spricht sich dafür aus, die Grenze auf mindestens 300 Nanometer zu erhöhen, weil Partikel bis zu einer Größe von einigen hundert Nanometern spezifische Eigenschaften haben.

So schaden Nanopartikel dem Meer

Dank der anwenderfreundlichen Nanotechnologie kommen auch bei konventionellen Kosmetikherstellern zunehmend mineralische UV-Filtern zum Einsatz. Diese werden mit chemisch-synthetischen Filtern kombiniert, um ein möglichst breites Schutzspektrum zu erzielen. Entsprechend stecken in vielen Sonnencremes Nanopartikel, die besonders in der Urlaubssaison in die küstennahen Gewässer gelangen.
Dort kurbeln die Nanopartikel (Titandioxid & Zinkoxid) als Katalysatoren in Verbindung mit Sonnenlicht und Wasser die Entstehung von Wasserstoffperoxid an. Wie das Team um den Umweltchemiker Antonio Tovar-Sánchez zeigte, leiden insbesondere Mikroorganismen wie Phytoplankton unter der ätzenden Substanz17, die im Alltag als Bleich- und Desinfektionsmittel eingesetzt wird.

Auf der Haut passiert dies nicht, weil die Nano-Metalloxide mit reaktionsfreien Substanzen wie Siliziumdioxid ummantelt werden (Coating), wodurch die Katalysatorenwirkung stark reduziert wird.18 Doch im Wasser lösen sich diese Schutzmäntelchen schnell auf und geben das nackte Nano-Metalloxid frei.

Die Wissenschaftler von der Universität Río San Pedro (Cádiz, Spanien) entnahmen Proben am Strand von Palmira (Mallorca), der an Sommertagen von bis zu 10000 Menschen pro Tag besucht wird. Dabei stellten sie fest, dass durch die Badegäste pro Tag bis zu 4 kg Titandioxid ins Meer gelangen.19 Eine Menge, die zunächst nach wenig klingt – doch das Mittelmeer ist als Urlaubsziel sehr beliebt: jährlich reisen 200 Millionen Touristen an – Tendenz steigend.
In Palmira jedenfalls konnte das Forscherteam an heißen Augustnachmittagen eine dreimal höhere Wasserstoffperoxid-Konzentration (278 nM) als in der Morgendämmerung (weniger als 100 nM) feststellen – eine Konzentration, die in Algen oxidativen Stress auslöst.20

Das Forscherteam befürchtet gravierende Auswirkungen, denn die einzelligen Pflanzen sind als „Salatbar des Meeres“ nicht nur Nahrungsgrundlage für viele andere Organismen (von Shrimps über Tintenfische bis hin zu Robben und Walen), sondern spielen auch eine wichtige Rolle im CO2-Kreislauf der Erde. Denn bei ihrer Photosynthese-Tätigkeit nehmen die einzelligen Pflanzen Kohlenstoff im Meerwasser auf. Wenn die einzelligen Pflanzen absterben, sinkt ein Teil des Kohlenstoffs in größere Tiefen ab und ist dann für einen Zeitraum von 500 bis 1000 Jahren festgelegt.21 So wirken die Ozeane mit ihrem Phytoplankton den Folgen der Verbrennung fossiler Brennstoffe auf die Lufttemperatur entgegen.

Unser Fazit: Aus unserer Sicht sind das ziemlich gute Gründe, um auf Sonnencremes mit Nanopartikeln zu verzichten. Um die Haut UND die Ozeane zu schützen empfehlen wir, auf Sonnencreme mit mineralischem Lichtschutzfilter OHNE Nanopartikel umzusteigen.

 

Nano-freier, mineralischer Sonnenschutz

EcoCosmetics Sonnenlotion, LSF 20, 30 & 50
Ecocosmetics gibt an, dass das Produkt auf mineralischem Lichtschutz basiert, keine Nanotechnologie enthält, frei ist von Aluminiumsalzen und keine Gefahr für Wasserorganismen darstellt.

Lavera Sonnencreme & Sonnenspray, LSF 20 & 30
Mineralischer Sonnenschutz, der laut Deklaration keine Nanopartikel enthält. Allerdings wird Alumina in der INCI-Liste aufgeführt.

Update 09.05.2016: Bei Alumina handelt es sich um Aluminiumoxid, das als ungefährlich eingestuft wird. Denn im Gegensatz zu synthetischen Aluminiumverbindungen (Aluminiumsalze) wie Aluminium Chloride oder Aluminium Chlorhydride, die in konventionellen Deos eingesetzt und als Gesundheitsrisiko diskutiert werden, zählt Alumina zu den chemisch inerten Aluminiumsilikaten, bei denen die Gefahr der Abspaltung von Aluminium wohl eher als gering einzustufen ist.

Eubiona Sonnencreme, LSF 20 & 30
Mineralischer Sonnenschutz, der laut Deklaration keine Nanopartikel enthält. Allerdings wird Aluminiumhydroxid in der INCI-Liste aufgeführt.

Update 09.05.2016: Aluminiumhydroxid wird als ungefährlich eingestuft. Denn im Gegensatz zu synthetischen Aluminiumverbindungen (Aluminiumsalze) wie Aluminium Chloride oder Aluminium Chlorhydride, die in konventionellen Deos eingesetzt und als Gesundheitsrisiko diskutiert werden, ist es chemisch inert, d.h. die Gefahr der Abspaltung von Aluminium ist wohl eher als gering einzustufen.

Goddes garden organics, LSF 30
Mineralischer Sonnenschutz, der laut Deklaration keine Nanopartikel enthält, sicher für Korallen (Reef safe), vegan, tierversuchsfrei & alkoholfrei ist.

Badger, Rose Face Suncreen, LSF 20
Mineralischer Sonnenschutz, der laut Deklaration keine Nanopartikel enthält, biologisch abbaubar & tierversuchsfrei ist.

DeVita, Solar Protective Moisturizer, LSF 30
Mineralischer Sonnenschutz mit mikroskaligem Zinkoxid (durchschnittliche Partikelgröße 240 nm), tierversuchsfrei, vegan.

 

  1. Pharmazeutische Zeitung Online (Ausg.: 24/2005): Sonnenstundenkonto nicht überziehen.
  2. 3Sat: Ozonloch.
  3. Ökotest (Juni 2010): Sonnenschutzmittel.
  4. ebd.
  5. Deutsche Haut- und Allergieschutzhilfe e.V.: Sonnenschutzmittel.
  6. Dies fanden Forscher der Polytechnischen Universität Ancona, Italien, heraus. Quelle: Europäische Kommission: EU-Studie: Sonnenschutzmittel bedrohen Korallen.
  7. Europäische Kommission: EU-Studie: Sonnenschutzmittel bedrohen Korallen.
  8. mare online: Kann Sonnencreme das Wachstum von Korallen beeinflussen?
  9. NOAA: Sunscreen Chemicals Threatens Coral Reefs.
  10. C.A. Downs, et al.: Toxicological effects of the sunscreen UV filter, benzophenone-2, on planulae and in vitro cells of the coral, Stylophora pistillata. Ecotoxicologie. March 2014, Volume 23, pp 175-191.
  11. Ökotest (Juni 2010): Sonnenschutzmittel.
  12. ebd.
  13. Schrot und Korn: Blendend geschützt.
  14. BUND: Was bedeutet „Nano“?
  15. Univ. Prof. Dr. med. Harald Maier: Stellungnahme zur Diskussion über die Sicherheit von nanoskaligen, anorganischen Metalloxiden (Zinkoxid, Titandioxid) in topischen Sonnenschutzmittelzubereitungen.
  16. BUND: Was bedeutet „Nano“?
  17. Tovar-Sánchez, A., et al.: Sunscreens as a Source of Hydrogen Peroxide Production in Coastal Waters. Environmental Science & Technology 2014. pp 9037 – 9042.
  18. Univ. Prof. Dr. med. Harald Maier: Stellungnahme zur Diskussion über die Sicherheit von nanoskaligen, anorganischen Metalloxiden (Zinkoxid, Titandioxid) in topischen Sonnenschutzmittelzubereitungen.
  19. Süddeutsche Zeitung: Sonnencreme belastet Meere.
  20. Chemical & Engineering News: Sunscreens Release Hydrogen Peroxide Into Seawater.
  21. Umweltbundesamt: Ist Ozeandüngung zur Bekämpfung des Klimawandels geeignet?

 

12 Kommentare

  1. Ich weiss nicht, ob Euch das schon aufgefallen ist aber Sonenschutz nach europäischem Standard verzichtet zunehmend auf Zinkoxid und arbeitet mit ummantteltem Titanoxid + Sonnenschutzölen. Nachteil: zu fettig für Aknehaut, alle, ausnahmslos.

    Sonnenschutz nach nicht-europäischem Standard meidet meist Titanoxid, vermutlich weil sich bis dorthin die Methode der Ummantelung nicht herum gesprochen hat und setzt in erster Linie auf nicht-nano, mikrokristallines Zinkoxid. Aus irgendeinem Grund ermöglich dies viel leichtere, unkompliziertere Texturen. Die Produkte weisen allerdings nie das europäische UVA im Kreis Label auf.

    Woran meint ihr liegt dieser unterschiedliche Zugang und welchem könnt ihr eher etwas abgewinnen?

    Als Schluss wäre naheliegend, dass mit Zinkoxid allein zwar SPF 50 erreichbar ist, allerdings nicht der 1/3 UVA Schutz, was eigentlich der Theorie Zinkoxid sei stark im UVA Bereich widerspricht. Das UVA Label haben nur Produkte mit ummanteltem Titanoxid plus Sonnenschutzölen meist frei von Zinkoxid.

    LG Vio

    1. Liebe Vio,

      auf den ersten Blick erscheint es mir so, dass Titandioxid (nano) schon seit April 2014 in der EU-Kosmetikverordnung (Anhang VI) als UV-Filter zugelassen ist und Zinkoxid (nano) erst im Mai 2016 aufgenommen wurde. Der Hintergrund ist, dass Kosmetik-Inhaltsstoffe, die als Nanomaterialien eingesetzt werden, noch mal neu bewertet werden müssen, auch wenn sie als non-nano-Variante bereits seit vielen Jahren im Einsatz waren.
      Wenn Zinkoxid (nano) nach der EU-KosmetikV erst seit Mai 2016 als UV-Filter eingesetzt werden darf, sind Produkte mit diesem Inhaltsstoff vermutlich aktuell noch nicht auf dem Markt.
      In den USA hingegen ist Zinkoxid schon länger zugelassen und wird vermutlich deshalb in außereuropäischen Produkten auch eingesetzt.
      Dies ist aber, wie ich eingangs geschrieben haben, nur eine erste Einschätzung, weil mir im Moment die Zeit für eine gründliche Recherche fehlt :(
      Ich hoffe, dass ich dir trotzdem weiterhelfen konnte.

      1. Danke liebe Marike.

        Das wäre eine gute und plausible Begründung aber ich meinte natürlich nur in die Non-Nano-Varianten in beiden Märkten.

        Im Grunde ist das in Europa eingesetzte ummantelte Titanoxid nano, aber durch die Ummantelung sind die Partikel nicht-nano. Zumindest habe ich das einmal gelesen. Werden auch nicht als nano ausgewiesen.

        Das außerhalb von Europa eingesetzte Zinkoxid ist mikrokristallin und damit größer als 100 nm und damit ebenfalls nicht nano.

        Es muss hier also irgendeinen anderen Grund geben, warum beim UVA Label nicht auf Zinkoxid gesetzt wird. Vielleicht kommt Euch ja einmal was diesbezügliches unter.

        LG Vio

  2. Liebe Laura,

    ich stelle diese Fragen gerade Euch, weil ich Euch für extremst kompetent halte :)!

    Ich gedulde mich sehr gerne! Hoffe nur ihr vergesst dann nicht ;)

    Macht weiter so!

    LG Vio

    1. Liebe Vio,
      vielen Dank für die Vorschuss-Lorbeeren … ich versuche deinen Erwartungen gerecht zu werden:)
      In der Tat überlege ich gerade auch, mit was ich meinen kleinen Sohn (3 ½ Monate) vor der Sonne schütze. Bisher sind wir noch reine Schattenparker und verstecken uns hinter Tüchern und Mützen. Aber mit zunehmender Mobilität brauchen wir natürlich eine andere Lösung … deine Fragen kommt also genau zum richtigen Zeitpunkt und ich werde versuchen, sie so schnell wie möglich zu beantworten.

  3. Hallo, vielen Dank für den interessanten Beitrag.

    Nahezu alle Nk-Marken arbeiten derzeit mit Coating (meist mit Alumina) von Titandioxid. Wie steht ihr dazu?

    Und wie seht ihr den Einsatz von mikrokristallinen Zinkoxid – ist das tatsächlich besser als nano und genügt Eurer Meinung nach der alleinige Einsatz von Zinkoxid für einen ausreichenden Sonnenschutz?

    LG Vio

    1. Hallo Vio. Du stellst interessante und schwierige Fragen. Der Beitrag ist schon eine Weile her. Wir würden gerne abchecken, ob es schon aktuellere Daten zu Mikro- und Nano gibt, bevor wir deine Fragen beantworten. Wir bitten also um etwas Zeit. :)

    2. Liebe Vio,

      vielen Dank noch mal für deine interessanten, aber echt kniffligen Fragen, die ich mir am Wochenende in Ruhe vorgenommen habe.

      1. Coating von (Nano-)Titandioxid: Titandioxid (nano) sollte ummantelt (gecoated) sein, weil es nicht photostabil ist. Wie du schreibst, geschieht dies häufig mit „Alumina“, was einen natürlich aufschrecken und an das viel diskutierte Aluminium denken lässt. Bei Alumina handelt es sich aber um Aluminiumoxid, das als ungefährlich eingestuft wird. Denn im Gegensatz zu synthetischen Aluminiumverbindungen (Aluminiumsalze) wie Aluminium Chloride oder Aluminium Chlorhydride, die in konventionellen Deos eingesetzt und als Gesundheitsrisiko diskutiert werden, zählt Alumina zu den chemisch inerten Aluminiumsilikaten, bei denen die Gefahr der Abspaltung von Aluminium wohl eher als gering einzustufen ist (Codecheck).
      2. Ist mikrokristallines Zinkoxid tatsächlich besser als nano? Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich deine zweite Frage richtig verstanden habe, denn in den Quellen, die ich gefunden habe (z.B. hier: Patent.de oder Olio Natura) werden „nano“ und „mikrokristallin“ synonym verwendet und haben dieselbe Definition, nämlich als durchschnittliche Kristallgröße von < 100 nm.

       

      Falls du wissen wolltest, ob Zinkoxid als non-nano-Variante besser geeignet ist, kommt es einfach darauf an, was dir wichtig ist.

      Vorteile von Nano-Partikeln:

      • transparent (kein weißes Clownsgesicht:)
      • bessere Textur (lässt sich gleichmäßiger auftragen)
      • bessere Schutzwirkung gegen UV-Strahlen – hohe Lichtschutzfaktoren lassen sich bisher nur mit Nanopartikeln erzielen

      Nachteile von Nano-Partikeln:

      • sollten nicht in die Atemwege / Magen-Darm-Trakt gelangen
      • unklar, ob sie in geschädigte Haut (durch Sonnenbrand, Mikroläsionen) oder mechanisch belastete Haut nicht doch in den Bereich lebender Zellen penetrieren können (siehe Abschlussbericht des europäischen Forschungsprojekts Nanoderm
      • Langzeitwirkung bisher noch ungeklärt (ebenda)

      Die Frage ist also: Sind diese hohen Lichtschutzfaktoren überhaupt notwendig? Vielleicht wäre es besser, das eigene Sonnenverhalten zu ändern (Mittagssonne meiden, Sonnenhut tragen, etc.). Und der etwas weißliche Teint stört doch keinen großen Geist :) oder?

       

      Ist der alleinige Einsatz von Zinkoxid als Sonnenschutz ausreichend? Pauschal lässt sich das leider nicht beantworten, da es natürlich immer darauf ankommt, was es als Sonnenschutz leisten muss – also welchen Hauttyp soll es schützen und wie lang und zu welcher Tageszeit soll es Sonnenschäden verhindern. Allgemein scheint jedoch Zinkoxid etwas effektiver gegen UVA-Strahlen zu schützen als Titandioxid. UVB-Strahlen werden hingegen besser von Titandioxid ferngehalten. Auch beim Brechungsindex (Stärke der Lichtstreuung) und der Filtereffizienz liegt Titandioxid vorne, weshalb die Kombination von Zinkoxid UND Titandioxid vermutlich die bessere Lösung ist. Hierzu gibt es einen tollen Artikel von Skinci

        1. Hallo Mariecke,

          zwei Fragen habe ich noch zu Deinem letzten Post.

          @Coating: Verstehe ich Dich richtig, dann nur nano Titandioxid ummantelt sein muss? In einem Mineralpuder (nicht-nano) wäre da sozusagen nicht erforderlich,

          @mikrokristallin: Die DeVita Sonnencreme weist mikrokristallines Zinkoxid mit 240 nm aus. Treffen hier die Aussagen zu non-nano zu?

          Alles Liebe Vio

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