Gastbeitrag: verschiedene Alkohole in Kosmetik

Wir freuen uns ganz besonders, dass Theresa vom Projekt Schminkumstellung im Rahmen unserer Kooperation hier ihren Beitrag zu verschiedenen Arten von Alkoholen in Kosmetik veröffentlicht. Denn wer hätte es gedacht? Alkohol ist nicht gleich Alkohol. Immer muss alles kompliziert sein, aber Theresa hat für euch recherchiert:

 

Der Inhaltsstoff Alkohol

“Alkohol findet sich in fast allen Kosmetikprodukten, besonders in Gesichtswässern, Deos und Reinigungsprodukten. Dabei ist Alkohol aber nicht gleich Alkohol. Generell können die in der Kosmetik verwendeten Alkohole anhand ihrer Kettenlänge unterschieden werden: kurzkettige, desinfizierende Alkohole mit weniger als 6 Kohlenstoffatomen und langkettige Fett- bzw. Wachsalkohole mit 6-36 Kohlenstoffatomen. Mit zunehmender Kettenlänge werden die Alkohole fester und wasserunlöslicher. Beide Gruppen gehören zu den Alkanolen mit nur einer Hydroxygruppe. In der Kosmetik wird aber auch ein Alkanol mit 3 Hydroxygruppen besonders häufig eingesetzt, der auch als Zuckeralkohol bezeichnet wird: Glycerin.

Kurzkettige Alkohole

Die kurzkettigen Alkohole sind flüssig und dienen als Lösemittel, was besonders bei nicht-wasserlöslichen Wirkstoffen aus Heilpflanzen von Vorteil ist. Außerdem werden sie wegen ihrer desinfizierenden und reinigenden Eigenschaften eingesetzt und können Entzündungen schneller abklingen lassen. Zwar können sie die Haut dadurch auch austrocknen, was besonders bei Cremes unerwünscht ist, allerdings verfliegt ein Großteil des Alkohols bereits vor dem Auftrag und dient daher eher der Bakterienvermehrung innerhalb des Produktes. Zu den kurzkettigen Alkoholen, die in der Kosmetik vorkommen, zählen folgende Stoffe:

Alcohol
Alkohol, der auch in der Lebensmittelindustrie verwendet wird (Ethanol). Muss eine gewisse Konzentration aufweisen, um konservierend zu wirken und findet sich deshalb oftmals recht weit vorn in der Liste der Inhaltsstoffe.

Alcohol denat.
Denaturierter Alkohol, der durch Vergällungsmittel ungenießbar gemacht wurde und deshalb nicht steuerpflichtig (also für den Hersteller billiger) ist. Vergällungsmittel können dabei Phthalate sein, die im Verdacht stehen hormonell wirksam zu sein.

Benzyl Alcohol
Natürliches Vorkommen in vielen Pflanzenölen. Angenehm duftend und auch in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Ist lipophiler als reiner Alcohol, wodurch er sich besser mit Fetten und Ölen verbindet. Trotzdem verbindet sich Benzylalkohol auch gut mit Wasser. In der Naturkosmetik wird Benzylalkohol oftmals nicht einzeln beigemischt, sondern steckt bereits in verwendeten ätherischen Ölen und weist ein eher geringes allergenes Potential auf.

Isopropyl Alcohol
Bestandteil vieler Desinfektionsmittel mit typischem Desinfektionsmittel-Geruch.

Fettalkohole bzw. Wachsalkohole

Fettalkohole, auch Wachsalkohole, dienen an erster Stelle als nichtionische Tenside, die sich nicht in Wasser auflösen. Sie sind Grundlagen vieler Cremes und werden als Emulgatoren in Öl-Wasser-Gemischen beigegeben. Sie verbessern die Textur von cremigen Produkten und sorgen für eine höhere Viskosität. Anders als die kurzkettigen Alkohole sind Fett- und Wachsalkohole feuchtigkeitsspendend und fester. Zu den langkettigen Fett- und Wachsalkoholen gehören Cetearyl Alcohol, Cetylalkohol, Stearyl Alcohol, Behenyl Alcohol und Myristyl Alcohol. Fett- bzw. Wachsalkohole werden in seltenen Fällen auch für auftretende Unreinheiten verantwortlich gemacht.

Zuckeralkohol

Neben kurzkettigen und langkettigen Alkoholen kommen auch Zuckeralkohole in der Kosmetikindustrie vor. Dazu gehört der Inhaltsstoff Glycerin, der Wasser bindet und somit sehr feuchtigkeitsspendend ist. Einerseits hält er dadurch das Wasser im Produkt und auch nach dem Auftragen auf dem Körper, andererseits bindet er Luftfeuchtigkeit aus der Umgebung und sorgt so für eine mit Feuchtigkeit versorgte Haut. Er wird jedoch immer wieder mit auftretenden Hautunreinheiten in Verbindung gebracht. Außerdem kann er durch seine wasserbindenden Eigenschaften das Gegenteil bewirken und der Haut Wasser entziehen, sobald die Luftfeuchtigkeit zu gering ist, beispielsweise im Winter.”

 

Theresa hat noch weitere Infos, auch zu Alkohol – Alternativen in diesem Beitrag auf ihrem Blog Projekt Schminkumstellung.

Quellen:
http://www.olionatura.de/_rohstoffe/?id=23
http://www.haut.de/service/inci
http://www.chemie.de/lexikon/Fettalkohol.html
http://www.dermaviduals.de/cms/upload/Publikationen_deutsch/KP-06-09-Alkohole.pdf
http://www.chemie.de/lexikon/Alkohole.html
http://www.chemie.de/lexikon/Alkanole.html
http://www.chemieunterricht.de/dc2/r-oh/a-homologe.htm
http://www.chemie.de/lexikon/Alditole.html
http://www.chemie.de/lexikon/Glycerin.html
http://www.biokontakte.com/artikel/kosmetik-pflege/glycerin-in-kosmetik-teil-1-definition-aufgabe-und-wirkung
http://www.naturalbeauty.de/magazin/artikel/article/alkohol-in-kosmetik-fluch-oder-segen/

Dieser Beitrag wurde vom Projekt Schminkumstellung geschrieben:

Theresa Avatar von Projekt Schminkumstellung Auf dem Blog Projekt Schminkumstellung dreht sich alles um den Umstieg auf unschädliche Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten. Dabei soll gezeigt werden, dass Naturkosmetik schon längst nichts mehr mit merkwürdig riechenden Produkten in altbackenen Verpackungen zu tun hat, sondern nicht zuletzt auch im dekorativen Bereich, mit konventionellen Produkten mithalten kann.

 

 

 

 

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